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Diese Themen werden hier beschrieben

Bad Tölz - Geschichtliches - Kultur - Sehnswürdigkeiten
Bad Tölz - Leonhardifahrt
Bad Tölz - der "Tölzer Knabenchor"
Bulle von Tölz - "Der Bulle von Tölz"

 

Bad Tölz
(Quelle - Wikipedia - Bad Tölz)

Sehenswert ist das Ensemble der Marktstraße mit den breitgelagerten Häusern der Tölzer Kaufleutefamilien
und Patrizier im barocken Stil, welche allesamt mit Fassadenmalereien (Lüftlmalerei) geschmückt sind.
Hervorzuheben sind dabei der Khanturm von 1353, die alte Posthalterei von 1600, das Sporerhaus,
das Moralthaus und das Alte Rathaus mit dem Zwiebelturm aus dem 15. Jahrhundert, das ehemalige
Mädchenschulhaus (1843 bis 1982) von 1588, der Marienstift, das Höckhenhaus und das Pflegerhaus
Kaspar Winzerers des II. von 1485. Im Keller des heutigen Metzgerbräus (Burgkeller) unterhalb der
Stadtpfarrkirche sind bis heute Gewölbeüberreste der ersten Tölzer Burg erhalten. Das letzte Tölzer Schlos
stand, bis es 1770 wegen eines Unwetters zu weiten Teilen einstürzte, an der Stelle des heutigen Schlossplatzes
und des neuen Rathauses, das 1772 erbaut wurde und ab 1779 als Sitz des Landrichters diente.


An ihrem oberen, östlichen Ende befindet sich das 1887 errichtete Denkmal für Kaspar Winzerer III,
genannt der "Goldene Ritter". Er war Landpfleger in Tölz. Gleichzeitig dient dieses Denkmal als Andenken
an die sechs gefallenen Tölzer des Deutsch-Französischen Krieges. Ebenfalls am Beginn der Marktstraße
efindet sich im prunkvollen Heimat- und Bürgerhaus von 1602 das Stadtmuseum.
Dieses Heimat- und Bürgerhaus dient auch als Kulisse für das Polizeipräsidium
der bekannten Fernsehserie „Der Bulle von Tölz“.

Weiter hinab in Richtung Isar liegt die spätmittelalterliche Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt, das älteste
bestehende Bauwerk des Isarwinkels (erbaut 1454), die 1875 bis 1877 den neugotischen Turm erhielt
und deren Ausstattung teilweise aus dem 19. Jahrhundert stammt. Die Stadt im Norden überblicken
liegt der Kalvarienberg mit der Heilig-Kreuz-Kirche, einer interessanten Doppelkirchen-Anlage
des 18. Jahrhunderts (erbaut 1735), der Heiliggrabkapelle (Nachbildung der Scala Santa in Rom) und
der Leonhardikapelle. Diese Kapelle wurde 1718 zu Ehren des Heiligen Leonhards und der Gefallenen
des Bauernaufstandes von 1705 errichtet. Zudem ist sie das Ziel der alljährlich seit 1855 am 6. November
stattfindenden Leonhardifahrt, mit mehr als 80 Wagen und jährlich rund 25.000 Besuchern, die größte ihrer Art.
Dort verläuft ebenfalls einen Kreuzweg, der wie die Kalvarienbergkirche vom reichen Salzbeamten Nockher
gestiftet wurde. Auf diesem Kalvarienberg befand sich im Mittelalter und der frühen Neuzeit auch eine
der beiden Hinrichtungsstätten in Tölz, woran heute noch der Name Galgenleite erinnert.

Vom Kalvarienberg bietet sich ein Panoramablick über den Isarwinkel, bis in das Karwendelgebirge.
Östlich der Marktstraße befindet sich die Mühlfeldkirche (Wallfahrtskirche Maria Hilf, erbaut 1736) mit
einem Fresko der Tölzer Pestprozession von Matthäus Günther im Altarraum und einem Zwiebelturm.
Im Badeteil der Stadt, westlich der Isar, liegen der Kurpark, der Streidlpark und der Rosengarten.
Ebenso befinden sich dort die Franziskanerkirche (erbaut 1624), die ebenfalls als Kloster dient,
sowie die evangelische Johanneskirche (erbaut 1879/80), mit einem Deckengemälde
von Hubert Distler von 1970 und einem Altarbild von Lovis Corinth von 1898.

Auf einer Anhöhe über der Stadt, Richtung Wackersberg, steht das Ehrenmal der Spielhahnjägerdivision
Dieses Denkmal wurde dort 1957 an Stelle eines Pavillons (genannt Belvedére) errichtet und dient
zum Gedenken an mehr als 10.000 im Zweiten Weltkrieg gefallene Spielhahnjäger.

Als Bindeglied zwischen der Tölzer Altstadt und dem Badeteil dient die Isarbrücke
Diese wurde im Laufe der Jahrhunderte häufig erneuert und umgestaltet. Sehenswert sind im Badeteil
zudem das Flößerdenkmal und die 1929-1930 von Heinz Moll neu errichtete Wandelhalle,
die größte Europas (110 m lang). Außerdem wurde im Badeteil das Kurhaus, dessen Entwurf
von Gabriel von Seidl stammt, erbaut.
Allerdings konnte der 1913 verstorbene Baumeister die Fertigstellung nicht mehr miterleben,
weshalb sein Bruder Emanuel von Seidl dessen Arbeit übernahm.

Ebenfalls interessant sind der letzte verbliebene historische Kalkofen nahe dem Isarufer beim Jägerwirt,
sowie der 1906 eingeweihte Waldfriedhof (nachdem die alten Friedhöfe um den Tölzer Kirchen
aus hygienischen und Platzgründen nach und nach aufgelöst wurden). Etwas im Schatten der berühmten
Marktstraße, aber einen Besuch wert, ist das Gries, mit seinen engen, verwinkelten, mittelalterlichen
Gassen und Plätzen und den zahlreichen Brunnen. Dieser Stadtteil, der älteste von Tölz, diente einst
als Wohn- und Herbergsort der Handwerker
(vor allem Flößer, Kalkbrenner, Siebmacher, Fischer, Köhler und Tischler).
Weil sich viele der armen Handwerker damals kein eigenes Haus leisten konnten, besaßen oder mieteten
diese oft nur ein Stockwerk. Daher gibt es heute noch an vielen Häusern im Gries die
auffallenden Holztreppen an der Außenwand der Häuser.

Da Tölz im Laufe seiner Geschichte mehrmals von verheerenden Großbränden heimgesucht wurde,
wurde zu Ehren des Heiligen Florian der Floriansbrunnen am Fritzplatz erbaut.
Um das Finanzamt zu verspotten, wurde dessen bunte Holzskulptur mit entblößtem Hintern dargestellt.
Einst war Tölz mit seinen zeitweise 22 Brauereien bekannt für sein Bier und Hauptlieferant für München

Der Vorteil der Region waren die kühlen Lagerkeller, isoliert und in Flussnähe. Tölz wurde auf Tuff erbaut,
München hingegen auf Kies. Mit der Erfindung der ersten Kompressionskältemaschine durch Carl von Linde
1873 war dieser Vorteil verloren und andernorts neu entstandende Brauereien minderten den Absatz merklich,
und so begann der Abstieg. Zeitweilig gab es in Tölz keine Brauerei mehr. Die letzte historische Brauerei,
die Grünerbrauerei (gegründet im Jahr 1603) schloss 2005 ihre Pforten und wurde zu einem Wohnhaus umgebaut.
Tölzer Bier gibt es bis heute, allerdings stammt dieses aus Kaltenberg. Unzählige Gebäude- und Gassennamen
erinnern in Bad Tölz bis heute an die Geschichte der Brauereien. 2008 wurde unweit der ehemaligen
Grünerbrauerei, von einem ehemaligen Brauer des Klosters Reutberg eine neue Brauerei unter
dem Namen Mühlfeldbräu gegründet.


Bad Tölz - Tölzer Leonhardifahrt - Ursprünge
(Quelle - Wikopedia - Tölzer Leonhardifahrt)

Auf dem Höhenberg in Tölz soll einst ein „heiliger Baum“ gestanden haben, der schon als Ziel eines heidnischen
Umrittsbrauches diente, was heute jedoch als unwahrscheinlich gilt. Denn die Leonhardsverehrung in Tölz als Viehpatron
begann erst, nachdem die Kapelle bereits erbaut war. Diese wurde ursprünglich zu Ehren der Schmerzhaften Muttergottes
erbaut, während Leonhard noch schlicht als Patron der Gefangenen galt.[2]
In der Kirche Mariä Himmelfahrt befand sich schon seit 1415 ein St. Leonhards- und Georgsbenefizium, gestiftet vom
Herzogspaar Ernst und Elisabeth und dem Erbprinzen Albrecht. Auch von Messen zu Ehren Leonhards
im 16. und 17. Jahrhundert wird berichtet.

Tölzer Zimmerleute gelobten während der Sendlinger Mordweihnacht 1705, im Falle einer glücklichen Heimkehr zum
Dank eine Kapelle zu errichten.[3] Doch erst nach dem Abzug der österreichischen Besatzer und der Rückkehr
des Kurfürsten Max Emanuel 1715 konnte dieses Gelöbnis erfüllt werden. Zu Ehren der Muttergottes wurde daher
eine Kapelle auf dem Höhenberg errichtet. Bauherren waren die Zimmerermeister Kanzler, Meier und Lindner,
unterstützt von 22 Gesellen, dem Pfarrmesner Müsner als Handwerksschreiber, sowie weiteren Tölzer Bürgern.
Am 17. November 1718 wurde diese Kapelle vom Tölzer Pfarrer Nicodemus Samweber eingeweiht.
Der fürstbischofliche Segen erfolgte am 14. September 1722 durch Bischof Johannes Franz Eckher von Kapfing und
Lichteneck, gleichzeitig mit der soeben fertig gestellten Kalvarienberganlage.[4] Eine von Samweber angeregte
Erweiterung der Kapelle wurde 1722 vom Tölzer Rat abgelehnt, da in der benachbarten Kirche genug
Platz vorhanden sei und unklar wäre, welcher Kirche der größere Andrang galt.[5]

Von einer Verehrung als Vieh- und Rosspatron Leonhards war dabei aber noch nicht die Rede, da Leonhard damals
noch nur als Patron der Gefangenen und Kranken galt.[2] Da sich auf diesem Höhenberg eine der beiden
Tölzer Richtstätten befand, erscheint aber ein Zusammenhang zur zunehmenden Leonhardsverehrung als möglich,
der als Schirmherr der Gefangenen auch jener der Verurteilten ist. Einen solchen Zusammenhang zwischen früheren
Hinrichtungsstätten und Leonhardsverehrung findet man auch andernorts. Die zunehmenden Viehseuchen
im 18. Jahrhundert führten dann zu einer Ausweitung Leonhards als Viehpatron und der Ort diente
zunehmend als Ziel von Wallfahrten und Bittgängen.

Die Nähe des Galgens zur Kapelle führte jedoch zu Protesten, wegen des „schlechten Prospekts“ und da
sich ein Galgen neben der Kapelle „nicht schicken will“. Daher wurde dieser 1761 abgebrochen und weite
nördlich neu errichtet.[6] Bereits 1718 befand sich in der Kapelle ein Brustbild Leonhards, das in der
Mitte des 18. Jahrhunderts in der Mitte platziert wurde. Die Verehrung Leonhards und entsprechende Votivgaben
stiegen stark an, während die zu Ehren Marias stark abnahmen. Im Tölzer Flurplan von 1812 ist bereits von
der „Leonhardskapelle“ die Rede, obwohl Maria bis heute die Hauptpatronin des Gotteshauses ist.[6]

Während der Säkularisation drohte der Kapelle der Abriss. Diesen verfügte bereits der Tölzer Landrichter 1804,
konnte aber von Tölzer Zimmerern hinausgezögert und schließlich abgewendet werden.
Da zu dieser Zeit bereits ein reger Umrittsbrauch herrschte, setzte sich vor allem der spätere
Bürgermeister Anton Niggl für den Erhalt ein.[4]

Geordnete Wallfahrt ab dem 19. Jahrhundert
Es ist vor allem dem Pfarrer Joseph Pfaffenberg zu verdanken, dass sich die Tölzer Leonhardifahrt zur größten
und bekanntesten ihrer Art entwickelte.[9][10] 1855 kam dieser als Pfarrer nach Tölz. Sein Gefallen am religiösen
Charakter der Wallfahrt trübten allerdings „plane Unordnung“, sowie „Ungeziemendes und Gefahrvolles“,
wie er in einem Schreiben an den Tölzer Magistrat ausführte.[11] Pfaffenberg sorgte 1856 für eine Neuordnung
und ein straffes Regelkorsett.
Am 4. November 1856 verkündete er bei einer Predigt: „Die St. Leonhardifahrt am nächsten Donnerstag wird heuer
in nachfolgender Ordnung gehalten: Alle jene, welche an dieser altehrwürdigen Fahrt teilnehmen, versammeln
sich vor 9 Uhr außerhalb des Gottesackers. Um 9 Uhr beginnt unter Voranritt eines Geistlichen mit dem Kreuzpartikel
unter Gebet die Fahrt durch den Markt nach der St. Leonhardikapelle auf dem Höhenberg, dort wohnen die Teilnehmer
dem Amte bei, nach welchem dem Zuge der heilige Segen gegeben wird, welcher sich sofort auf dem Wege zur Mühlfeldkirche
zurückbegibt, wo der letzte Segen gegeben und der Zug geschlossen wird.“[12] Diese Ordnung gilt bis heute, war seinerzeit
jedoch nicht unumstritten. Auch aus Trotz, so berichtet das Tölzer Amts- und Wochenblatt,
umritten noch zehn Jahre später manche Reiter eigenmächtig die Kapelle vor dem eigentlichen Umzug.
Gerade „junge Burschen“ hätten die „Fahrt für sich gemacht und sich nur teilweise an den Zug gehalten“.
Der Magistrat begrüßte allerdings diese Reformen und auch der größte Teil der Bauernschaft billigte diese.
Gegenwind erhielt Pfaffenberg allerdings aus eigenen Reihen. Noch am 5. November 1856 forderte das
erzbischöfliche Ordinariat in München Pfarrer Pfaffenberg schriftlich dazu auf, bei der Fahrt
die „früher übliche Art und Weise beizubehalten“. Der Dekanatsvorstand Bachmair aus Gaißach
beklagte „übermäßigen Reformeifer“. Dennoch ließ sich Pfaffenberg nicht beirren.
Neun Jahre später erkundigte sich das Münchner Ordinariat, ob es „Missbräuche oder Ungehörigkeiten“
gäbe und fand sich mit der Neuordnung ab.[13]

Die Tölzer Leonhardifahrt fand stets am 6. November statt, es sei denn, dieses Datum fiel auf einen Sonntag,
da Leonhardi nicht den regulären Gottesdienstbesuch der Wallfahrer behindern sollte.
Nach der Neuordnung 1856 wurde Leonhardi dabei stets auf den Martinitag, einen Freitag, verschoben.
Aufgrund des Fastengebots der Kirche, brachte dies jedoch Probleme mit sich. Sowohl Teilnehmer, als
auch Besucher beklagten das Fleischverbot in den Wirtshäusern. 1870 beantragte der Tölzer Magistrat
erstmals einen Fastendispens beim erzbischöflichen Ordinariat, was jedoch strikt abgelehnt wurde.
Ab 1881 wurde daher der folgende Montag als Ausweichtermin festgelegt.
Um auch der arbeitenden Bevölkerung den Besuch zu ermöglichen, wurde unter Bürgermeister
Gregor Schöttl ab 1966 Leonhardi in diesem Fall auf Samstag vorverlegt, was bis 2010 galt.
Dennoch bestand weiterhin das Problem, wenn Leonhardi auf einen gewöhnlichen Freitag fiel.
1885 erfolgte ein erneuter Antrag beim Bischof, auch da sich bei Tölzer Gastwirten „ein gewaltiges Murren erhob“.
Dennoch scheiterte auch dieser Antrag erneut. Erst am 16. Oktober 1891 war das Ordinariat überzeugt, für
die Wallfahrer und Gäste einen Fastendispens zu erlassen, was diesen gestattete, auch freitags,
aber nur an Leonhardi, Fleisch zu essen.[14]

 
Typische Leonhardi-Frisur, nach
Biedermeiermuster, mit Haarröllchen, „Affenschaukeln“ und eingeflochtenem Asparagus. Das ovale Kranl wird nur von unverheirateten Frauen getragen. (2016)

Die Besucherzahlen wuchsen fast kontinuierlich von Anfang an, Ende des 19. Jahrhunderts wurde erstmals
die Zahl 10.000 erreicht.[15] Nach der Erbauung der Bahnstrecke Holzkirchen–Bad Tölz fuhren
von München aus Sonderzüge nach Tölz, so 16 Sonderzüge im Jahr 1894.[16]

1910 erwarb die Stadt Bad Tölz den Grund um die Kapelle für 6500 Mark und sicherte damit den Fortbestand
der Wallfahrt. 1911 bot das Kaufhaus Oberpollinger in München erstmals Nachbildungen und Spielzeug
der Tölzer Leonhardifahrt an und 1912 wurde diese erstmals kinematografisch aufgenommen und
deutschlandweit in Kinos gezeigt. Kriegsbedingt fiel in den Jahren 1917 und 1918 erstmals seit 1856 wieder
die Wallfahrt aus.[17] Der aus Bad Heilbrunn stammende Benediktinerpater Magnus Lorenz Meiller war in den
1920er-Jahren als Missionar in Zululand, im heutigen Südafrika, tätig, und veranstaltete dort 1925
ine Leonhardifahrt nach Tölzer Vorbild, wobei mehr als 1000 Stück Vieh gesegnet wurden.[18]

Auch prominenten Besuch erhielt die Tölzer Leonhardifahrt immer wieder, z. B. 1877 von Prinzregent Luitpold,
1887 von der Frau des Herzogs Carl Theodor, Maria Josepha von Portugal, mitsamt Kindern und Gefolge
sowie 1893 gemeinsam die Königin von Württemberg, der Großherzog von Luxemburg und
der Erbgroßherzog von Baden mit Gefolge, außerdem Richard Klemens von Metternich.[15] 1904 besuchte
Eugenio Pacelli, der spätere Papst Pius XII. die Wallfahrt und äußerte sich darüber „in wohlgefälligster Weise“.[19]
Als die Leonhardifahrt immer bekannter wurde, waren auch immer mehr prominente Gäste aus Politik, Klerus
und der Region zu verzeichnen, insbesondere auch Heimat- sowie Brauchtumspfleger.[15]

Leonhardifahrt - Heute
Heute beteiligen sich an der Wallfahrt jährlich rund 80 Wagen und weitere Reiter. Aufgrund der Platzbegrenzung
auf dem Kalvarienberg werden selten neue Gespanne zugelassen. Je nach Datum und Witterung zieht die
Leonhardifahrt in Tölz heute meist zwischen 15.000 und 25.000 Besuchern an. Traditionell fahren nur
vierspännige Wagen. Großen Wert wird auf die Authentizität gelegt, weshalb nur beschlagene Holzräder,
aber keine Gummireifen zugelassen sind, was Tölz von anderen Wallfahrten abhebt.
Der älteste Wagen, der heute an der Wallfahrt teilnimmt, ist der Truhenwagen von Lorenz Heiß aus Heimberg
aus dem Jahre 1785.[33] Frauen ist das Reiten traditionell untersagt. Wie Kinder sind diese nur auf den Wagen zu finden.
Verheiratete Frauen tragen dabei den Schalk, junge, ledige Frauen das Mieder. Teilnehmer sind vor allem Bauern aus
dem Tölzer Umland, wobei die Höfe mitunter seit mehr als 100 Jahren teilnehmen. In Tölz ist dabei ausschließlich
von einer Leonhardifahrt die Rede, und nicht von einem -ritt, da der Schwerpunkt klar auf den Wagen liegt.

In Tölz besitzt Leonhardi den Status als Stadtfeiertag. Schulen, Behörden, Banken und zahlreiche Geschäfte haben
an diesem Tag geschlossen. Wirtshäuser öffnen bereits am frühen Morgen und bieten etwa ein Weißwurstfrühstück an.
Zahlreiche Bars und Diskotheken öffnen direkt nach der Leonhardifahrt am Vormittag und
haben bis zum nächsten Morgen geöffnet.

Die Tölzer Leonhardifahrt als Kulturerbe
Bereits 2013 erwog der Tölzer Stadtrat, eine Bewerbung für die Tölzer Leonhardifahrt als immaterielles
UNESCO-Weltkulturerbe einzureichen. Der Stadtrat entschied sich zunächst allerdings dagegen, da man eine
zu strikte Regulierung und Einmischung seitens der UNESCO befürchtete und man die Veranstaltung nicht
aus der Hand geben wollte. Diesen Ansichten des Stadtrates widersprach allerdings Benjamin Hanke,
zuständiger Referent bei der UNESCO in Berlin: „Beim Weltkulturerbe steht der aktive
Schutz und Erhalt von einzigartigen Stätten im Vordergrund. Aber aktuell, beim immateriellen Kulturerbe,
geht es um Bräuche, um Traditionen, die von Menschen gelebt und überliefert werden,
und die sich natürlich auch verändern.“[37]

Später besann sich der Stadtrat und teilte nun die Ansicht, eine Aufnahme wäre vielmehr ein Schutz des Brauchtums
und eine Auszeichnung und 2015 wurde schließlich der Antrag auf Aufnahme gestellt. Eines der verfassten Gutachten,
von Nina Gockerell, der Leiterin der Volkskundeabteilung im Bayerischen Nationalmuseum, beschrieb dabei die
Leonhardifahrt als „ein exzellentes Beispiel für gewachsene Erinnerungskultur“.
Sie sei „ein von religiösem Selbstverständnis und bürgerlichem Selbstbewusstsein getragenes, tief in der bäuerlichen
Lebenswelt verankertes Ereignis“. Für die Tölzer Bevölkerung und die des gesamten Isarwinkels „ist sie von stark
identitätsstiftender Qualität. Bei der Würdigung der Wallfahrt als immaterielles Kulturerbe dürfe die Wertschätzung
tradierter Kenntnisse und Fertigkeiten nicht fehlen“. Sie listet als Beispiele die kunstvoll geflochtenen Rossmähnen
und -schweife, den Blumenschmuck der Wagen, sowie die in alter Tölzer Kistlertradition
gebauten und bemalten Truhen auf.[38]

2016 wurde die Tölzer Leonhardifahrt, explizit nur diese in Bad Tölz, in die bayerische Landesliste aufgenommen
und als immaterielles Kulturerbe Bayerns anerkannt.[39] Dies wurde im Juli 2016
vom Bayerischen Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst, Ludwig Spaenle, verkündet.[40][41]

Am 9. Dezember 2016 wurde der Tölzer Stadtrat darüber in Kenntnis gesetzt, dass die Tölzer Leonhardifahrt, nach der
Anerkennung als immaterielles Kulturerbe Bayerns, nun auch in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes
aufgenommen wurde. Dies entschied die Kultusministerkonferenz, unter der Leitung der Bremer Bildungssenatorin
Claudia Bogedan und der Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, nach einer Empfehlung des
Expertenkomitees der Deutschen UNESCO-Kommission. [42] Klaus Pelikan vom Tölzer Rathaus, Mitorganisator
der Leonhardifahrt, wertete dies als „Große Anerkennung für alle Beteiligten an der Leonhardifahrt – von den Fahrern,
über die Stadt und die Kirche, bis zu den Trachtenvereinen“, sowie dass „die Haltung der Stadt,
die Wallfahrt so zu belassen, wie sie immer war, richtig ist“. In der Begründung für die Aufnahme wird die Leonhardifahrt
dabei als „Kulturform, die die Menschen der gesamten Region um Bad Tölz verbindet“ gelobt. Weiter wurde hervorgehoben:
„Die weitreichende Beteiligung der Stadtbevölkerung, vieler Bauernfamilien der Region und der lokalen Vereinsszene wirkt
identitätsstiftend und integrativ. Auch die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen erscheint den Experten vorbildhaft.
ositiv hervorzuheben sind zudem Reflexionen bezüglich Nachhaltigkeit sowie die Maßnahmen zur Wahrung des
lokalen Rahmens, um das Fest nicht zu einer reinen Tourismusveranstaltung werden zu lassen.“ [43]

Die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe wird weiterhin als Ziel angepeilt.[38]



Bad Tölz - der "Tölzer Knabenchor"
(Quelle - Wikipedia - Tölzer Knabenchor)

Der Tölzer Knabenchor wurde 1956 vom damals erst 19-jährigen Abiturienten Gerhard Schmidt-Gaden
in Bad Tölz gegründet. Bereits im gleichen Jahr wurde er zu Rundfunkkonzerten eingeladen.
1957 folgte die erste Konzertreise nach Südtirol und Trient, 1960 eine Reise nach Luxemburg,
Frankreich, England und Belgien. Seit 1963 war Carl Orff regelmäßiger Gast und Dirigent.
Er spielte mit dem Chor sein Schulwerk ein.


Ab den 1960er Jahren wirkte der Chor oder Solisten des Chors an Opernaufführungen mit.
1964 beteiligten sich zum ersten Mal Sänger des Chores an einer Aufführung der Zauberflöte.
1973 erhielt Gerhard Schmidt-Gaden mit seinem Chor den deutschen Schallplattenpreis für seine
gegen den Strich gebürstete Aufführung des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach.

1984 und 1986 folgten Reisen nach Chicago, China und Japan. Seitdem ist der Chor weltweit bekannt.
In Japan werden die Chorknaben Engel aus Bayern genannt und sind unter anderem Gegenstand von Mangas.

Der Chor hat seitdem Konzertreisen in alle Welt unternommen, unter anderem nach Japan,
die Volksrepublik China, Israel, Polen und die USA. Er hat bei zahlreichen Festivals gesungen, unter
anderem Bayreuther Festspiele, Berliner Festwochen, Bregenzer Festspiele, Händel-Festspiele Halle (Saale),
Heinrich-Schütz-Fest Kassel, Ludwigsburger Schlossfestspiele, Münchner Opernfestspiele,

Der Gesamtchor besteht aus rund 200 Knaben, die in vier Einzelchören ausgebildet werden. Chor I, mit
den besten und erfahrensten Sängerknaben, ist der Konzertchor. Chor II tritt ebenfalls in gelegentlichen
öffentlichen Konzerten auf. In ihm werden die Knaben auf die Konzertreife und auf Chor I vorbereitet.
Die Eignungsprüfungen beginnen in der ersten Klasse bei vielen Schulen im Münchner Umland.
Dem Chor ist kein Internatsbetrieb angeschlossen. Die Kinder werden in Chor- und Solostunden individuell
gefördert und so ihre Begeisterung und Leidenschaft für die Musik geweckt. Insgesamt betreuen neben
Gerhard Schmidt-Gaden (seit 2009 Chordirektor) und Ralf Ludewig
(seit 2009 künstlerischer Leiter und Geschäftsführer) noch sieben Chorleiter und Gesangspädagogen die Kinder.

Das Ausbildungsprinzip im Chor sieht vor, dass jedes einzelne Kind in der Lage ist, solistisch zu singen.
So ist der Chor beispielsweise in der Lage, Oratorien von Bach in einer kleinen Besetzung
zur Aufführung zu bringen.

Der Chor oder einzelne Sänger des Chores wirken jährlich bei fast 250 nationalen und internationalen
Konzerten und Opernaufführungen mit, beispielsweise bei den Salzburger Festspielen und den
Opernfestspielen München.

Das Repertoire des Chores umfasst Vokalmusik vom Mittelalter bis in die Moderne, Volkslieder,
Madrigale und Motetten, Kirchenmusik von Barock bis Klassik, Solorollen und Kinderchöre für Opern.
Legendär sind bereits die Besetzungen der „Drei Knaben“ in der Zauberflöte
bei mehr als 2000 Inszenierungen.

Die Solisten des Tölzer Knabenchores werden seit mehr als vier Jahrzehnten an allen Opernbühnen
und Konzertpodien der Welt engagiert: Paris, Rom, Berlin, Hamburg, München, Madrid, Mailand, Wien,
Chicago, Los Angeles, New York, Sao Paulo, Mexiko-Stadt, Shanghai, Tokio u.v.a.m.
Auch bei den großen Festivals, wie u.a. in Salzburg, Bayreuth, Wien, Aix-en-Provence, Orange,
Avenches, Spoleto und Edinburgh sind die Tölzer Solisten regelmäßig zu Gast.
Viele der besten Dirigenten haben bisher mit den Solisten des Tölzer Knabenchores gearbeitet, so u.a.
Daniel Barenboim, Leonard Bernstein, Karl Böhm, Ivor Bolton, Herbert von Karajan, Mariss Jansons,
James Levine, Zubin Mehta, Riccardo Muti, Sir Simon Rattle, Wolfgang Sawallisch, Sir Georg Solti
und Marcello Viotti.

Das Opernbühnen- und Konzertrepertoire der Solisten des Tölzer Knabenchores beinhaltet u.a.
Amore aus Claudio Monteverdis „Orfeo“, „Il ritorno d´Ulisse“ und „L´incoronazione di Poppea“,
die Drei Knaben aus Wolfgang Amadeus Mozarts „Die Zauberflöte“ und Apollo, Hyazinth, Melia,
Zephyrus aus „Apollo und Hyazinth“, Waldvogel aus Richard Wagners „Siegfried“ und Hirtenknabe
aus „Tannhäuser“, Yniold aus Claude Debussys „Pelleas und Melisande“,
Amore aus Christoph Willibald Glucks „Orfeo ed Euridice“, Miles aus Benjamin Brittens „Turn of the Screw“,
18 Knaben-Solisten aus Jörg Widmanns „Das Gesicht im Spiegel“, Young Joseph
aus Hans Zenders „Chief Joseph“, sowie Leonard Bernstein „Chichester Psalms“, Gabriel Fauré „Requiem“,
Gustav Mahler „Klagendes Lied“, Felix Mendelssohn Bartholdy „Elias“.

Der Chor sang schon mit zahlreichen namhaften Orchestern, wie Berliner Philharmoniker,
Concertgebouw-Orchester Amsterdam, Israel Philharmonic Orchestra, Münchner Philharmoniker,
Orchester der Bonner Beethovenhalle, Sächsische Staatskapelle Dresden und Wiener Philharmoniker.
Besonders gerne erinnert sich Gerhard Schmidt-Gaden an die Aufnahme der Bach'schen Kantaten
und Oratorien gemeinsam mit Nikolaus Harnoncourt.

Mit seinen volkstümlichen Liedern ist der Tölzer Knabenchor auch bei zahlreichen Musiksendungen
im Fernsehen zu Gast.

Der Chor sang bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele 1972 im Olympiastadion München
unter der Regie von Carl Orff beim traditionellen Gruß der Jugend, dargestellt von 3.500 Münchner Schulkindern,
welcher in der ganzen Welt einen enormen Eindruck hinterließ.
Auch bei der offiziellen Eröffnungszeremonie zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland
am 9. Juni 2006 in der Allianz Arena in München unter der Regie von Christian Stückl wirkte der Chor mit.
Ferner sang er auf dem Rollfeld am Flughafen München zur Verabschiedung
des Papstes Benedikt XVI. von dessen Deutschlandbesuch im September 2006.
Hoch erfreut dankte dieser allen Knaben und dem künstlerischen Leiter persönlich.

 

Bulle von Tölz - der "Bulle von Tölz"
(Quelle - Wikipedia - Der Bulle von Tölz)

Der Bulle von Tölz ist eine von den Sendern Sat.1 und ORF in Auftrag gegebene, deutschsprachige Krimiserie.
Die Hauptrolle, den Hauptkommissar Benno Berghammer, spielte Ottfried Fischer.
Nach dem Tod der Schauspielerin Ruth Drexel (Resi Berghammer) im Februar 2009 wurde die Produktion
weiterer Folgen eingestellt.


Handlung

Die Handlung der Serie spielt in und um Bad Tölz. Hauptcharaktere sind Hauptkommissar
Benno Berghammer, dessen Mutter Theresia „Resi“ Berghammer sowie Bennos Kollegin Sabrina Lorenz,
bzw. Nadine Richter.
Im Mittelpunkt der Folgen stehen neben den Kriminalfällen auch die Eigenheiten
der Figuren und ihre Beziehungen untereinander, etwa die Streitereien und Sticheleien zwischen
Benno Berghammer und seiner Mutter.
 
Benno Berghammer
Der beleibte Hauptkommissar Benno Berghammer wohnt mit seiner Mutter Resi in deren Pension
in Bad Tölz. Er ist ledig und lebt nach dem Prinzip „Hotel Mama“.
Die Beziehung zu seiner dominanten Mutter ist ein Running Gag, der sich durch alle Folgen zieht.
Berghammer selbst kritisiert gerne die aktuelle Politik oder die politischen Machtverhältnisse in Bayern,
besonders die (mutmaßlichen) Amigo-Verhältnisse der lokalen Größen der CSU,
wobei die Partei nie namentlich genannt wird und häufig mit „bayerische Einheitspartei“ umschrieben wird.
Bennos politische Einstellung ist die Karikatur eines „urbayerischen Sozl’n“: Er kritisiert oft und gern die
herrschenden Verhältnisse, hat an deren Änderung jedoch kein wirkliches Interesse und weiß sie auch
bisweilen zu nutzen („... des is positiver katholischer Filz!“). Auch die katholische Kirche wird von
Berghammer kritisiert in Disputen mit dem örtlichen Geistlichen Prälat Hinter, wobei Berghammer
Bibelsicherheit und theologisches Verständnis zeigt, Fähigkeiten, die er sich aus der Ministrantenzeit
bewahrt hat. Der in Bad Tölz geborene Kommissar hat durch die so gegebene tiefe Verwurzelung
mit der Gegend in den Ermittlungen oft einen Trumpf in der Hand.
 
Resi Berghammer
Obwohl sich Resi gern das Haus mit Benno teilt, überwiegt der Wunsch nach Enkeln, und so lässt
sie nichts unversucht, ihren Sohn mit der nächstbesten Frau zu verkuppeln, ein Unterfangen,
das ihr jedoch nie recht gelingen will. Beruflich zeigt Resi Berghammer sich nicht weniger engagiert:
Sie versucht alles, damit ihre Pension stets attraktiv für ihre Gäste bleibt
(Computer, Internet, Ausbau, Feng Shui). Nervös wird Resi nur, wenn Benno sich mit „hohen Tieren“ anlegt,
denn sie hat Respekt vor Ämtern und Titeln. Des Weiteren ist sie sehr gutgläubig; so bekam sie in
der Folge Der Zuchtbulle von einem Pensionsgast ein Glas „Fitnesspillen“, die sie Benno ins Essen mischte,
in der Hoffnung, dass diese ihn bei Frauen beliebter machten. Sie bewirkten jedoch,
dass Benno unausstehlich wurde, und aus einer Beziehung wurde wieder nichts.
Aus gesundheitlichen Gründen pausierte Ruth Drexel, die Darstellerin von Resi Berghammer,
von Folge 64 bis Folge 68, kehrte aber in Folge 69 Abenteuer Mallorca noch einmal zurück.

Sabrina Lorenz (bis 2006)
Hauptkommissarin Sabrina Lorenz (Katerina Jacob) ist die ehemalige Kollegin von Benno Berghammer.
Sie kommt aus Berlin, daher hat sie als „Preußin“ im bayerischen Bad Tölz, in dem sie seit 1996 arbeitet,
keinen allzu leichten Stand.
Allerdings weiß Sabrina Probleme stets mit „weiblicher Durchsetzungskraft“ zu meistern.
Während ihr Kollege es bei Kriminalfällen immer wieder vorzieht, die bequemeren Aufgaben zu übernehmen,
überlässt er Sabrina gerne die unangenehmen Arbeiten, die ihm lästig sind. Außerdem nennt sie
Benno immer wieder „Hase“, um ihn zu ärgern. Sabrina war für Resi Berghammer immer eine
geeignete Schwiegertochter, was Benno aber ganz anders sah. Die 58. Folge, Kochkünste,
ist die letzte, in der Katerina Jacob als Kommissarin Lorenz zu sehen ist.
Viele Fans bedauern ihren Ausstieg, da sie sich mit Ottfried Fischer vor und hinter der Kamera
sehr gut verstanden hatte und dies der Rolle zugute kam.

Nadine Richter (ab 2006)
Nadine Richter, gespielt von Katharina Abt, ist die neue Kollegin Benno Berghammers in den Folgen,
die seit Dezember 2006 im ORF und seit Februar 2007 von Sat.1 ausgestrahlt wurden.
Ihr Debüt als Kommissarin hatte Katharina Abt in der Folge Keiner kennt den Toten.
Als Sabrina schwanger in Berlin bleiben möchte, präsentiert der Staatsanwalt Benno Berghammer
seine neue Kollegin, die aus Güstrow in Mecklenburg-Vorpommern stammt.
Nach einigen Streitigkeiten kann sich Nadine Richter etablieren, nicht zuletzt durch ihre satirische Ader,
die Benno imponiert. Bei der Charakterentwicklung der Nadine wurde nicht versucht, „nur“ einen
adäquaten Ersatz für Sabrina zu schaffen, sondern die neue Kollegin von Anfang an mit einem
eigenen markanten Profil auszustatten. Ihren ersten Auftritt hat Katharina Abt bereits 1998 in
der Folge "Tod eines Strohmanns" als Sekretärin Brigitte Neuhierl.

Nebenfiguren
Neben den drei Hauptcharakteren gibt es noch weitere Personen, die regelmäßig, aber nicht in
jeder Folge mitspielen, so zum Beispiel der Gerichtsmediziner Dr. Robert Sprung (Norbert Heckner),
der örtliche Bauunternehmer Anton „Toni“ Rambold (Gerd Anthoff), ein alter Schulfreund von Benno
der ortsgeistliche Prälat Barthel Hinter (Michael Lerchenberg), der Bundestagsabgeordnete
Hans Meidenbauer (Alexander Held), Staatsanwalt Dr. Georg Lenz (Moritz Lindbergh) sowie
Polizeihauptmeister Anton Pfeiffer (Udo Thomer). Nach dem plötzlichen Tod des Schauspielers
Udo Thomer erschuf die Nürnberger Drehbuchautorin Doris Jahn die neue Figur Wachtmeister Schmidt
(Norbert Mahler). In den alten Folgen tauchten darüber hinaus die Staatsanwältin Dr. Zirner (Diana Körner),
Staatssekretär Berthold von Gluck (Klaus Guth), Landrat Siggi Wallner (Friedrich von Thun) und Bürgermeister
Franz Wegener (Bernd Helfrich) auf. Bekannte Schauspieler wie Marijam Agischewa, Rainer Basedow,
Gregor Bloéb, Hans Brenner, Mathieu Carrière, Ulrich von Dobschütz, Veronica Ferres, Wolfgang Fierek,
Lisa Fitz, Eisi Gulp, Henry Hübchen, Thomas Limpinsel, Henry van Lyck, Corinna Nilson, Uwe Ochsenknecht
Götz Otto, Olivia Pascal, Sissi Perlinger, Sepp Schauer, Christian Tramitz, Fritz Wepper und
Helmut Zierl waren in Gastrollen zu sehen.
 

Einige Schauspieler waren mehrmals in verschiedenen Nebenrollen zu sehen.
Den Rekord hält mit sieben Auftritten Gottfried Drexler: als Bauunternehmer in der ersten Folge
Das Amigo-Komplott, in Berg der Begierden als arbeitsloser Akademiker, in Mord im Irrenhaus und
Tod auf Tournee als Pensionsgast, in Tod am Rosenmontag als Trachtler, in Treibjagd als Dr. Edenhofer,
in Eine tödliche Affäre in seiner größten Rolle beim Bullen als Resis verbündeter Springer und in
der Folge Bei Zuschlag Mord als Portier.

 

Besonderheiten und Kurioses

  • Im Fernsehen wird suggeriert, das Polizeirevier befände sich direkt in der Tölzer Marktstraße.
  • Für die ersten Folgen wurde jedoch im Heimatmuseum, nahe der Marktstraße, gedreht.
  • Später wurde der Drehort, unter anderem wegen der ungestörteren Lage, in die
  • Wandelhalle im Kur- und Bäderviertel von Bad Tölz verlegt.
  • Das Wohnhaus von Benno und Resi befindet sich nicht in Bad Tölz,
  • sondern etwa 25 km nordnordwestlich im Ort Irschenhausen (Neufahrner Weg),
  • einem Ortsteil der Gemeinde Icking. Es ist ein Privathaus, das schon öfter Drehort für Filme war.
  • Als Kuriosum hat Berghammers Fahrzeug – ein BMW 6er-Coupe mit dem
  • amtlichen Kfz-Kennzeichen „TÖL-TM 112“ – keinen Beifahrersitz.
  • Dieses sei laut Fischer als Hommage an die Serie Irgendwie und Sowieso zu verstehen,
  • dort fährt Sepp einen Alfa Romeo Giulia. Für die Dreharbeiten wurden zwei
  • Fahrzeuge gleichen Typs verwendet, bei einem fehlte jedoch sichtbar die Rückbank.
  • Das Fahrzeug Berghammers steht während der Drehpausen bei BMW in München.
  • Einmal wurde es sogar während der Dreharbeiten gestohlen, konnte jedoch schon
  • nach kurzer Zeit unbeschädigt sichergestellt werden.
  • Katharina Abt, die seit 2006 die neue Kollegin von Benno Berghammer spielt,
  • trat bereits als Brigitte Neuhierl in der Folge Tod eines Strohmanns (1998) auf.
  • Dort bahnt sich sogar eine Beziehung zwischen ihr und Benno an, jedoch wird sie als
  • Mörderin entlarvt. Als sie sich daraufhin das Leben nehmen will, wird sie von Benno gerettet.
  • In dieser Folge hat auch Thomas Helmer einen Gastauftritt.
  • Norbert Mahler, der seit dem Tod von Udo Thomer den Wachtmeister Schmidt spielt,
  • hatte zuvor bereits Auftritte in den Folge Sioux City (2001) - als Stefan Rohrmoser -
  • und Freier Fall (2003) - als Stadtbaumeister.
  • In der Folge Der Zuchtbulle (2005) steht Ottfried Fischer neben einem Bullen
  • und sagt: „Einen Bullen dopen, wer macht denn so was.“ Im Hintergrund
  • ertönt das Lied „Tambourine Man“.
  • Damit wird offensichtlich auf die Szene aus Irgendwie und Sowieso angespielt,
  • in der „Sir Quickly“ (Fischer) seinem Ochsen dieses Lied vorspielt,
  • damit dieser beim Ochsenrennen schneller läuft. In der Serie stellt der Gewinn
  • des Ochsenrennens den Beginn einer unruhigen Zeit – 1968 – dar.
  • Der bayerische Liedermacher Willy Michl spielt in der Folge Schonzeit (2007) einen
  • Schulfreund von Benno Berghammer. Obwohl unter anderem Namen (Walter Bruckner)
  • und verändertem Hintergrund, spielt er quasi sich selbst; als er Tölz verlässt, singt er
  • sein bekanntes Lied "Isarflimmern". Außerdem findet sich am Ende dieser Folge mit dem
  • Streit zwischen Bruckner und Resi über die „Pfannakuachasuppn“ eine Anspielung auf
  • die Folge 17 (Schein oder Sein) der Serie Zur Freiheit, in der Willy Michl ebenfalls einen
  • Gastauftritt hatte. In Folge 65 Bulle und Bär tritt Willy Michl als im Wald lebender Indianer auf.
  • Er wird von Benno gebeten, einen Bären vor Jägern zu beschützen.
  • Benno Berghammer ist (wie Ottfried Fischer) Fan des lokalen Eishockeyclubs EC Bad Tölz.
  • Ottfried Fischer und Ruth Drexel hatten als Benno und Resi Berghammer Nebenrollen in
  • der ersten Folge der 2006/2007 auf Sat.1 und ORF 1 laufenden Serie Stadt, Land, Mord!.
  • In der ARD-Serie Pfarrer Braun, mit Ottfried Fischer in der Titelrolle, finden sich mehrere
  • ironische Anspielungen auf den Bullen. So etwa, als Michael Lerchenberg alias Prälat Hinter
  • plötzlich in einer Nebenrolle als Staatsanwalt auftaucht;
  • Staat und Kirche also die Rollen tauschen.
  • Die Bad Tölzer Kurverwaltung hat sich auf den „Bullentourismus“ eingestellt,
  • eine Führung an Schauplätzen und Drehorten in der Stadt ist buchbar.
  • Dabei leitet den Rundgang eine trachtengewandete Touristenführerin mit einer
  • stilechten Filmrolle unter dem Arm, diese wandert mit den „Bullenpilgern“ durch die Stadt
  • und erklärt die entscheidenden Szenerien.
  • Zudem ist der Führer Auf den Spuren des Bullen erschienen, der zu vielen Drehorten
  • in und um Tölz führt und weitergehende Informationen bietet.
  • Dieses Heft ist in Tölz vielerorts erhältlich.
  • Im Kinofilm Tödliche Verbindungen von 2007, einem Krimi nach wahren Begebenheiten,
  • der 1978 in Bad Tölz spielt, haben der junge Benno Berghammer und seine
  • Mutter Resi einen Gastauftritt. Benno wird darin von Florian Gmeiner gespielt,
  • jedoch von Ottfried Fischer gesprochen.
  • In der Folge Mord im Irrenhaus spielt der damalige Lebensgefährte von Ruth Drexel,
  • Hans Brenner, die Rolle des Professor Roth, eines ehemaligen Verehrers von Resi Berghammer.

 

  • In der Folge Sport ist Mord schenkt Benno seinem Freund und Lehrmeister,
  • der in Pension geht, ein Buch, dessen Verfasser laut Einband ein gewisser "U. Thomer" ist.
  • Eine Anspielung auf Polizist Pfeiffer, der vom Schauspieler Udo Thomer gespielt wurde.